Nicht mehr zeitgemäß
29.10.09
„Das Gelöbnis des Luftwaffenausbildungsregiments und der Heeresflieger in Pleinfeld ist überflüssig und nicht mehr zeitgemäß. Bei einem öffentlichen Gelöbnis wie dem in Pleinfeld, geht es nicht um gesellschaftliche Teilhabe, sondern um die Militarisierung des zivilen Raums. Diese findet statt, während die Bundeswehr weltweit eingesetzt wird und sich in Afghanistan an einem völkerrechtswidrigen Krieg beteiligt. Als weltweite Interventionsarmee verteidige die Bundeswehr nicht „Deutschland am Hindukusch“, sondern sichert Einflusssphären und immer knapper werdende Rohstoffe. Dies geschieht gegen den mehrheitlichen Willen der deutschen Bevölkerung.
Auch die Debatte um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren ist noch längst nicht vom Tisch. Mit militärischen Zeremonien wie öffentlichen Gelöbnissen oder Großen Zapfenstreichen wird die Präsenz des Militärs im öffentlichen Raum zur Normalität. Die öffentliche Meinung soll für den Einsatz der Bundeswehr gewonnen werden. Viel mehr sollte man sich an Kurt Tucholsky halten. Dieser hatte bereits 1927 geschrieben: „Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg; man drehe diesem Kram den Rücken oder bekämpfe ihn aktiv. Auch wohlwollende Zuschauer sind Bestärkung."
